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12. März 2021

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16. Februar 2021

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06. Dezember 2016

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In sechs Schritten zum europäischen Freiwilligendienst!   Schritt 1: Finde […]

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FSJ – Version Light

Freiwilligendienst in Zeiten von Covid 19 – Meine bisherigen Erfahrungen im Europäischen Solidaritätskorps

Wenn ich mich bei meinen Freunden umhöre, gibt es meist keine Neuigkeiten. Die einen fangen an zu studieren und sitzen dabei zuhause, die anderen tun letzteres, ohne zu studieren. In einem Wort zusammengefasst: langweilig. Das beschreibt das momentane Leben vieler Personen in meinem Alter ganz gut. Aber nicht nur das. Man sieht sich auf einmal vor neuen Aufgaben gestellt, weil man gar nicht weiß, was mit dieser freien Zeit anzustellen ist, von der es so viel gibt.

Auch ich befand mich bis circa Oktober in dieser Situation und war unsicher. Ist es jetzt überhaupt angemessen zu reisen und einen Freiwilligendienst anzutreten oder nicht? Trotz allen Zweifeln raffte ich mich auf und bin über Kompass e.V. in einem Freiwilligenprojekt bei der Organisation DeAmicitia angenommen worden.

Gestartet hat dieser Ende Oktober in der Sierra Norte de Madrid, in Lozoyuela, einem Dorf im Norden Madrids, in welchem ich für zwei Monate gelebt habe. Erstmal eine große Umstellung für mich, da ich aus einer 80.000 Einwohner Stadt, im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands komme und nun in einem Dorf mit nicht mal 100 Einwohnern gelebt und in einem Dorf mit gerade mal etwas über 1000 Einwohnern gearbeitet habe. Ich hatte auf einmal viel weniger Personen als gewohnt in meinem Umfeld und fühlte mich trotz sehr netter Mitbewohner, manchmal allein. Dennoch ist mir gerade deswegen die Offenheit und Interesse der einheimischen Menschen an dem Leben und Befinden anderer Personen sehr ans Herz gewachsen. Arbeit für uns Freiwillige gab es meist genug und sie wurde mit großem Interesse uns Freiwilligen ausgeführt. Dennoch war auch hier zu merken, dass zum Beispiel im Touristenbüro deutlich weniger los war als im Normalzustand. Doch gerade unsere Bezugspersonen vor Ort haben sich mit großem Engagement darum gekümmert, dass auch immer etwas Ausgefallenes zu tun war und das besonders in der Weihnachtszeit. So durften wir, neben unserer täglichen Arbeit in der Bibliothek und im Touristenbüro als die Helfer der heiligen drei Könige Wunschzettel der Kinder einsammeln. Auch hier war die Herzlichkeit der Menschen zu spüren, denn viele luden uns ein noch ein Weilchen zu bleiben, oder gaben uns Kuchen mit auf den Weg. Trotz guter tatkräftiger Unterstützung unsererseits gab Corona einem also die Zeit, sich eigenen Zielen und Aufgaben zu widmen, wobei mein hauptsächliches Ziel war, mein Spanisch zu verbessern.

Dann hieß es für mich aber schon, über Weihnachten nach Hause zu fahren und mit meiner Familie zu feiern, welches selbstverständlich nur durch mehrmaliges Testen möglich war. Und dann kamen schon die nächsten großen Neuigkeiten. Schneechaos in Madrid. Mein Flug wurde gecancelt und ich musste noch eine weitere Woche in Deutschland verweilen. Sieben Tage später ging es dann aber wirklich zurück.

Doch auch in Madrid verbrachte ich nicht viel Zeit, denn der weitere Plan, meines Aufenthaltes sah vor, dass ich nun an die Costa Blanca nach Calpe ziehen werde, um hier meinen Freiwilligendienst fortzusetzten. Mandarinen pflücken, im Tierheim aushelfen und einfach mal in eine neue Umgebung mit neuen Leuten kommen.  Für mich persönlich war und ist dies immer noch eine unglaubliche Bereicherung. Hier ist es sehr warm, dass Meer ist meistens in Sichtweite und auch auf der Straße sind mehr Leute unterwegs. Trotz Beschränkungen wie beispielsweise Ausgangssperre und so weiter, an welche sich ohne Zweifel immer gehalten wird, lässt die Sommerstimmung noch einmal mehr Hoffnung aufkommen, dass diese Situation hoffentlich irgendwann ein Ende nimmt. Ebenso fühle ich mich motiviert und nicht mehr so allein oder durch Corona eingeschränkt, da es nochmal viel Neues, gerade auch in der Natur zu entdecken gibt. Denn trotz meiner anfänglichen Zweifel, bin ich der Meinung, dass wenn man sich strikt an die Maßnahmen hält, vorsichtig ist und nicht übertreibt, ein Freiwilligendienst auch zu diesen Zeiten vertretbar ist. Trotzdem muss man sich bewusst machen, dass der Kontakt zu Einheimischen und auch die Arbeitszeiten sehr eingeschränkt sein können, da überall der Ausnahmezustand herrscht, was nicht immer eine einfache Situation ist.

Für mich hat sich die Situation durch den Wechsel, von Lozoyuela nach Calpe gebessert und mir werden nach und nach die verschiedenen Facetten dieses Landes immer bekannter. Zum einen, die sehr traditionelle, herzliche nicht von Touristen überstürmte, aber auch etwas einsamere Seite im Gebirge im Norden Madrids. Diese erinnert mich dann doch in manchen Hinsichten, wie unteranderem dem Klima, sehr an Deutschland. Auf der anderen Seite erlebe ich gerade eine Art zu leben, wie ich es sonst nur aus dem Sommerurlaub kenne. Denn auch wenn hier viele Personen leben, die nicht Spanisch sprechen und Hochhäuser und Hotels das Bild der Küste prägen, gibt das Meer und die Wärme einem ein mediterranes Gefühl davon, frei aber dennoch geborgen zu sein.

Jetzt stehen mir immer noch viele Möglichkeiten offen, wie ich meinen Freiwilligendienst weiterführen könnte. Doch egal wo und wie, möchte ich natürlich noch viel mehr von diesen Facetten kennenlernen und erleben, wobei dann hoffentlich nicht nur die Light, sondern original spanische Version.

 

Meret Claußnitzer, Februar 2021

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