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Erfahrungsbericht: „Lost in Translation“

Alles andere als „Lost in Translation“ (naja anfangs ein bisschen…ein Bericht von Steffen Rufenach)

Wiederaufnahme des Projektes mit Alfonso Ugarte im Dezember 2010

Ein paar Worte über mich und wie es zu dem Projekt kam

Hallo, ich bin Steffen und seit 2010 Mitglied bei Kompass. Zum Verein kam ich, weil eine dreimonatige Auszeit von meinem Job vor mir lag und ich händeringend nach einer sinnvollen Beschäftigung suchte, die ich in dieser Zeit im Ausland aufnehmen können würde. Ich hatte beschlossen, einen Teil meiner Auszeit mit Freiwilligenarbeit zu verbringen, um so während meiner Auszeit nicht nur Gutes zu tun, sondern auch Erfahrungen zu sammeln, die ich bei einer touristischen Reise nicht würde sammeln können. Leider war die Suche nach einem passenden Projekt nicht so einfach wie erhofft.

Um einen Anhaltspunkt zu haben, hatte ich mir einige Kriterien überlegt:

  • Ich wollte die Hälfte meiner Auszeit in Freiwilligenarbeit investieren und danach reisen (damit fielen viele Programme weg, weil man hier mind 3 Monate tätig werden musste).
  • Ich wollte ein sinnvolles Projektziel haben, das meinen Fähigkeiten entsprach und selbstständig arbeiten können (damit fielen wiederum Projekte weg, die online gefunden hatte).
  •  Ich wollte mit Menschen arbeiten (Umweltschutz- oder Tierprojekte fielen damit flach).
  • Ich wollte in einer größeren Stadt arbeiten und nicht in einem abgeschiedenen Dorf, um die Gelegenheiten zu haben, mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen.
  • Ich wollte in ein Land gehen, in dem ich mich in der Landessprache würde verständigen können oder in dem ich zumindest die Chance hätte, die Sprache zu lernen (damit fielen Projekte in Asien und vielen Teilen Afrikas flach).
  • Ich wollte in ein Land gehen, in dem es möglichst viel zu sehen geben würde, damit ich nach meinem Projekt direkt den Rucksack aufschnallen und reisen können würde. 

 

Ich hatte bereits einige Tage in Internetrecherche investiert und nichts Passendes finden können, als mir Karsten Fennel, der Vorsitzende von Kompass e.V., vorschlug, ein Projekt für Kompass zu machen. Etwas Besseres hätte mir kaum passieren können, denn sein Vorschlag deckte alle Kriterien ab und mich reizte mich insbesondere deshalb, weil es um die Arbeit mit Jugendlichen gehen sollte. Wichtig war für mich auch, dass Karsten selbst schon vor Ort war und deshalb viele interessante Geschichten über Peru, Arequipa und die Arbeit im Centro Juvenil Alfonso Ugarte (CJAU) erzählen konnte.

Das Projektziel

Die Zusammenarbeit mit dem CJAU war durch Prof. Edgar Cardenas Unterstützung einige Jahre sehr erfolgreich verlaufen und es gab mehrere Studentengruppen, die vor Ort tätig werden konnten. Leider verstarb Prof. Cardenas, was leider auch dazu führte, dass der Kontakt zur Leitung des CJAU komplett zum Erliegen kam. Weder telefonisch noch per E-Mail waren die Verantwortlichen zu erreichen.

Ziel war es deshalb,

  • das CJAU zu besuchen,
  • den Kontakt zu den Verantwortlichen wieder aufzunehmen,
  • den Status quo bereits angestoßener Projekte in Erfahrung zu bringen,
  • zu ermitteln, was die aktuellen Bedürfnisse des CJAU waren und welche Dinge benötigt würden, um die bereits angestoßenen Projekte weiter voranzutreiben
  • Kommunikationsprozesse zu etablieren, die einen Austausch und die Zusammenarbeit mit AU von Deutschland aus ermöglichen würden

 

Persönlich hatte ich mir darüber hinaus das Ziel gesetzt, so viel Zeit wie möglich im CJAU zu verbringen, um die Jungs dort besser kennenlernen und Ihnen durch meine Präsenz, Mut geben zu können. Und vielleicht würde sich sogar die Möglichkeit ergeben beim Unterricht zu helfen z.B. Englisch zu unterrichten.

Zusätzlich galt es, weitere Projektpartner zu identifizieren, die an Freiwilligen aus Deutschland interessiert waren, um interessierten Studenten in Deutschland mehr Möglichkeiten für ihr Engagement zu bieten.

Die Zeit in Arequipa

Ich stieg am 4. Dezember ins Flugzeug und machte mich mit vielen Erwartungen auf den Weg nach Peru. In Lima angekommen, ging es mit dem Bus nach Arequipa weiter, wo mich Edgar Cardenas, der Sohn von Prof. Cardenas am Busbahnhof freundlich begrüßte. Edgar ist ein lustiger und sehr freundlicher Zeitgenosse. Er studiert Touristik an der katholischen Universität in Arequipa und spricht durch einige Aufenthalte in Deutschland sogar etwas deutsch. Mit Edgar habe ich viel Zeit verbracht und sehr viel Spaß gehabt. Besonders spannend fand ich es, mit ihm über deutsche Musik und Literatur zu sprechen, für die er sich sehr interessierte. Edgar unterstütze mich auch sehr bei der Zusammenarbeit mit CJAU. Denn leider waren meine Spanischkenntnisse trotz eines Einzelkurses bei einem Englischlehrer aus Edgars Uni noch immer in einem desolaten Zustand.

Die erste Phase der Zusammenarbeit mit dem CJAU könnte man als gegenseitiges Beschnuppern bezeichnen. Man empfing mich sehr freundlich und war froh, wieder einmal einen Besucher aus Deutschland zu haben. Es dauerte jedoch trotzdem noch eine Zeit, bis das notwendige Vertrauen aufgebaut war, um wirklich produktiv miteinander arbeiten zu können.

Trotzdem hatte ich die Gelegenheit, bereits im Dezember interessante Eindrücke von der Weihnachtszeit im CJAU zu sammeln. Für die Jungs war diese Zeit, die sie fern von Ihrer Familie verbringen mussten, nicht einfach. Und obwohl es auch hier viele – einfache – Geschenke gab, merkte man den Kids die an, dass sie sich das Weihnachtsfest deutlich anders vorgestellt hatten.

Es dauerte bis in den Januar hinein, bis ich dann endlich etwas länger Zeit direkt mit den Kids verbringen konnte. Zusammen mit der Anstaltsleitung hatten wir lange nach eine Möglichkeit gesucht, um Spendengelder aus Deutschland generieren und damit die Ausstattung der Bibliothek, die Ausbildung der Kids und das Leben allgemein verbessern zu können. Im Januar hatten wir dann die Lösung gefunden. Wir wollten kleine Produkte in den Werkstätten herstellen, in denen die Kids während ihres Aufenthaltes einen Beruf lernen können. Diese Produkte sollten dann nach Deutschland gebracht und hier verkauft werden. Nur welche Produkte könnten das sein? Zusammen mit den Kids machte ich mich in der Anstalts-Schreinerei ans Werk, um Prototypen zu entwickeln, die folgende Kriterien erfüllen würden:

  • sie sollten einfach und günstig herzustellen sein
  • sie sollten so herzustellen sein, dass die Kids dabei etwas lernen würden, was ihnen für die Berufsausbildung nützen würde
  • sie sollten leicht und einfach nach Deutschland zu transportieren seisie sollten den deutschen Geschmack treffen und hier möglichst teuer verkaufbar sein, um möglichst viel Geld nach Peru schicken zu können

 

Unsere Wahl fiel auf kleine Holzkreuze sowie kleine Jesus-Figuren in Wallnussschalen. Beides sollte eine wunderbare Basis sein, um in Deutschland an Ostern und Weihnachten Spenden generieren zu können.

Parallel zu meiner Arbeit im CJAU besuchte ich einige Freiwilligen-Organisationen in Arequipa und Umgebung, in denen ich hochengagierte Menschen aus aller Welt traf. Natürlich ist die Anzahl an Freiwilligen im Winter nicht so groß, da die meisten Freiwilligen das Weihnachtsfest im Kreise der eigenen Familie verbringen wollen und die darauffolgende Regenzeit lieber erst einmal vorbei ziehen lassen. Um so schöner war es, zu sehen, dass es selbst im Winter doch noch genug engagierte Helfer gab, die ihr Weihnachtsfest damit verbrachten, gespendete Geschenke an Kindern in den z.T. extrem armen Dörfern rund um Arequipa und Cusco zu verteilen.

Nachdem die Prototypen hergestellt und für die Reise nach Deutschland verpackt waren, schnallte ich mir den Rucksack auf. Nun begann rechtzeitig nach 1,5 Monaten meine Reise durch das wunderschöne Land der Inkas, das so viele unterschiedliche Attraktionen zu bieten hat, wie kaum ein anderes Reiseland: von tiefen Canyons über schneebedeckte Berge, dicht bewachsene Dschungellandschaften, kahle Wüsten, imposante Ausgrabungsstätten und verlorene Inka-Städte bis hin zu meterhohen Surferwellen am Pazifischen Ozean ist alles da, was einem Entdeckungsreisenden reizen könnte.

Fazit meines Projektes

Die drei Monate in Peru waren für mich eine unglaublich intensive Zeit, in der ich viel erleben konnte. Durch das Projekt im Centro Juvenil Alfonso Ugarte hatte mich eine Mission ins Land geführt. Dies unterschied mich von vielen anderen Touristen vor Ort. Ich hatte die Möglichkeit nicht nur Gutes zu tun, sondern gleichzeitig auch spannende Menschen kennenzulernen und das Land auf eine ganz andere Weise kennenzulernen, als dies als normaler Tourist möglich gewesen wäre. Die Zusammenarbeit mit den Jungs hat mir besonders viel Spaß gemacht. Trotz vieler schlimmer Dinge, die die Kinder durch ihr Umfeld, Drogen und Alkohol durchgemacht und auch selbst angerichtet hatten, war sie im Grunde doch Kinder geblieben: Wissbegierig stellten sie mir immer wieder Tausende Fragen, freuten sich drauf, mit mir Fußball spielen zu können und stellten sich zusammen und schnitten Grimassen, sobald ich einen Fotoapparat in der Hand hielt.

Darüber hinaus habe ich während meiner Zeit viele unglaublich engagierte Menschen kennengelernt, denen die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich nicht egal sind. Die dazu breitragen, dass in diesem Land, dass wie kein Zweites von den steigenden Rohstoffpreisen profitiert, alle eine Chance bekommen. Insbesondere die Menschen, die keinen Zugang zu Bildung haben und unter unfassbar schweren, traditionellen Bedingungen in Regionen leben, in denen selbst sauberes fließendes Wasser ein unerreichbarer Luxus ist. Ein Beispiel für dieses Engagement ist ein Verein namens Intiwawa. In kompletter Eigenregie unterstützen die Volontäre von Intiwawa eine Schule in einem armen Vorort von Arequipa. Dort organisieren sie eine Schulspeisung und stellen in den Sommerferien ein komplettes Unterrichtsprogramm für die Kinder des Ortes auf die Beine, die jede Unterrichtsstunde dringend gebrauchen können.

Euer Steffen

 

 

 

Mehr zum Thema Peru erfährst Du hier:

Projekt: Alfonso Ugarte, Mitmachen: Freiwillige für Peru gesucht, Den Erfahrungsbericht 2010 von Steffen findest Du hier!Zum Erfahrungsbericht 2011 von Ute und Thomas geht es hier lang!

 

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