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Abschlussbericht ESK

 Hi, ich bin Nelly Muchow, ich war 10 Monate auf Madeira und habe dort mein ESK gemacht. Nun bin ich schon wieder zwei Monate zu Hause und habe meine gesamte Zeit ein wenig Revue passieren lassen.


Natürlich hat es mich ein wenig an Überwindung gekostet, in vor allem so ungewissen Covid
Zeiten für 10 Monate auszuwandern, ohne überhaupt portugiesisch zu sprechen oder viel
über die Insel zu wissen.


Natürlich wurde durch Covid alles ein bisschen anders, auch im positiven Sinne, denn meine Arbeitszeiten waren angenehm kurz, aber einige negative Aspekte haben denn Aufenthalt ein wenig, ich möchte nicht komplizierter sagen, aber unvorhersehbar gemacht. Dazu später mehr.
Wer mein Interview gelesen hat, weiß, dass ich auf Madeira – genauer gesagt in Funchal –
zweistündige Touristenführungen durch die wunderschöne, urige Innenstadt gegeben habe,
neben ein paar kleineren Nebenaufgaben war das meine Hauptaufgabe während meines
Aufenthalts. Was ich auch schon während meines Interviews mit Aytan gesagt habe, ist,
dass wir wegen – oder dank – Corona von Montag bis Freitag jeden Tag nur vier Stunden
gearbeitet haben, nach oder vor meinen Schichten war deswegen natürlich immer viel Zeit
für Freizeitaktivitäten. Einer der negativen Covid-Aspekte war, dass nicht viele Touristen auf
der Insel waren und wir deswegen wirklich wenige Touren geben konnten, ich habe in 10
Monaten gerade einmal 10 Touren gegeben, die Anzahl haben die vorherigen Volontäre in
einer Woche gemacht (und das ist wirklich nicht übertrieben). Neben mir waren noch 11
weitere hoch motivierte Volontäre da, die alle zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, darunter
nur ein Junge, der unser Hahn im Korb war. Unsere Vorgesetzten waren alle sehr freundlich
und hilfsbereit und haben wirklich einen großen Beitrag dazu geleistet, dass meine Zeit auf
Madeira bisher eine der schönsten Zeiten meines Lebens war.


Es gab vier verschiedene Touren, die alle jeweils 2 Stunden in Anspruch genommen haben,
dazu gab es noch eine kurze Tour von 15 Minuten, die durch das Jesuitenkolleg geführt hat.
Ich habe eine Tour gelernt, die Haupttour, wenn man das so sagen kann, denn diese Tour
hat alle wichtigen Sehenswürdigkeiten abgedeckt. Eigentlich sollte ich auch noch eine
zweite lernen, aber da ich im Urlaub war und danach nur einige wenige Tage übrig waren,
habe ich mein Exam für diese Tour nicht mehr gemacht.


Einen wichtigen Punkt, den ich noch unbedingt ansprechen möchte, ist die Unterkunft, denn
das war wirklich der einzige wirklich negative Aspekt während meines ganzen Aufenthalts.
Untergekommen bin ich während meiner ganzen 10 Monate in der Studentenunterkunft der
Universität Madeira in einem Mehrbettzimmer mit zwei anderen Mitbewohnerinnen. Die
Bewohner dort waren wunderbar, es war schön, sofort junge Menschen um sich zu haben
und neue Freundschaften zu schließen mit so weltoffenen und sympathischen Menschen.
Doch die Chefs und Angestellten waren – bis auf ein paar wenige Ausnahmen – äußerst
unfreundlich und wirklich gemein, teilweise ohne einen triftigen Grund zu haben. Niemand
dort hat Englisch gesprochen, obwohl seit Jahren Studenten aus allen möglichen Ländern
dort wohnen und ich konnte wirklich froh sein, einige Fetzen Spanisch zu sprechen, sonst
hätte man es wirklich schwer gehabt, sich dort zu verständigen. Auch die Regeln dort waren
größtenteils sehr weit hergeholt und wurden immer schlimmer, beispielsweise gab es auf
Madeira eine Ausgangssperre wegen Covid, was vollkommen verständlich ist, aber die
Unterkunft hat einfach ihre eigenen Regeln gemacht und die Tore 2 Stunden früher
geschlossen, danach war es fast unmöglich, noch in sein Zimmer zu kommen und manche
haben sich auf waghalsige Missionen begeben rein – oder auch raus – über das Tor oder dieangrenzende Mauer zu klettern. Ein anderes Beispiel ist, dass während meinen letzten zwei
Monate die Küchen um 22 Uhr abgeschlossen wurden und man sich nichts mehr kochen
konnte, nachdem man später nach Hause gekommen ist. Darum empfehle ich allen
zukünftigen Freiwilligen schnellstmöglich eine andere Unterkunft zu suchen, da es
angenehmer ist, etwas eigenes zu haben und nicht auf die Stundentenunterkunft
angewiesen zu sein und man für denselben Preis schöne Zimmer in einer WG bekommt, die
genau so nah am Zentrum liegt oder sogar noch näher.


Aber genug von meinem Projekt und der Unterkunft, natürlich ist es auch interessant für
zukünftige Volontäre zu wissen, wie die Insel ist und die Menschen dort allgemein sind.
Madeira ist eine wunderschöne tropische Insel mit atemberaubenden Landschaften und
netten, hilfsbereiten Leuten. Mit einem gemieteten Auto für um die 25€ am Tag kann man die
wunderschönen Landschaften abfahren oder auch mit dem Bus für wenig Geld in andere
Orte fahren und beispielsweise wandern gehen. Um an einem Sandstrand baden zu gehen,
muss man ein paar Kilometer mit dem Bus fahren, da in Funchal selber “nur” ein Steinstrand
ist.


Auch wenn man kein Wort portugiesisch spricht, ist es kein Problem, sich in Funchal zu
verständigen, da ein Großteil der Menschen dort auch Englisch spricht. Worauf man sich als
Mädchen nur einstellen muss, was mir dort wirklich aufgefallen ist, dass viel gecatcalled
wird, auch wenn Madeira eine sehr sichere Insel ist und ein Großteil der Madeirensen sehr
freundlich sind, schrecken viele vor catcalling nicht zurück und für jemanden, der das
vielleicht nicht so gut verkraften kann, ist es vielleicht gut, das vorher zu wissen und sich
darauf einzustellen.


Wenn ich durch diesen Artikel dein Interesse geweckt habe und du auch unbedingt nach
Madeira möchtest, aber vorher noch ein paar Fragen hast, kannst du gerne bei Kompass e.
V. nach meinem Kontakt fragen und ich würde mich sehr freuen weitere Fragen zu
beantworten. Auch den anderen Lesern danke ich, dass sie sich die Zeit genommen haben
und hoffentlich einen guten Einblick bekommen haben!

Liebe Grüße aus dem regnerischen Köln,
Nelly Muchow

Ein Kommentar zu »Abschlussbericht ESK«

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